Nordkoreas Katastrofekurs

Die Hungersnot in Nordkorea ist eine Kombination von mehreren Faktoren. Das Land besteht aus ca. 80% Gebirge und hat damit nicht hinreichend landwirtschaftlich genutzte Flächen um die Bevölkerung in Höhe von gut 23 Millionen zu ernähren.

Das Reispflanzen wurde am 10. Juni beendet. Ein Datum, das von der Partie festgesetzt ist, damit der Reis für die Ernte klar sein kann, ehe der Winter kommt. Um die Zeitfrist einhalten zu können, wurde das große Heer mit 1 Million Soldaten eingesetzt um mit dem Pflanzen in den Reisfeldern mitzuhelfen. Auch die Büroangestellten von den Städten und die Mittelschüler von den Schulen des Landes wurden zu den kollektiven Farmen verschickt um in den Reisfeldern mitzuhelfen.

Obwohl alle dieses Jahr auf eine gute Ernte hoffen, wird diese nach allen kompetenten Schätzungen nicht mehr als 5 Millionen Tonnen übersteigen können. Mit anderen Worten nur zwei Drittel vom Bedarf um alle 23 Millionen Nordkoreaner nur eine Überlebensration von 450 Gramm Reis täglich geben zu können.

In einem Versuch noch mehr landwirtschaftliche genutzte Flächen abzugewinnen, haben die kollektiven Farmen an vielen Orten die Bäume an den Berghängen abgeholzt. Zusammen mit der kräftigen Niederschlagsmenge der

letzten 2 Jahre hat dieses bewirkt, daß Lager mit Eßwaren, Felder, Deiche, Wege und ganze Dörfe sowohl im Jahre 1995 als 1996 fortgeschwemmt wurden. Bis auf zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzte Flächen wurden vom Wasser überschwemmt.

 

Die Freunde sind weg

Nordkorea hat nicht länger ihre kommunistischen Freunde und Handelspartner in Russland und China. Das Land steht allein zurück und hat keinen nennenswerten Export an andere Länder. Aus diese Grund gibt es keine Devisen für Einkauf ausserhalb der total geschloßenen Grenzen des Landes. Brennstoff ist - ausser Essen und Medizin - ein ernsthafter Mangel. In der Hauptstadt Pyongyang hat man - wenn man im Besitz einer Erlaubnis ist - die Möglichkeit um Benzin oder Schweröl zu kaufen. Nicht anderswo im Lande sind diese goldenen Tropfen zu kaufen.

Auf dem Lande fahren die wenigen LKWs, die man sieht, auf Kohle, die zu Gas umgestattet wird. Die Funktion ist schlecht, und die Autos können nur eine kurze Strecke fahren, ehe sie heiß werden.

 

Das Militär

Nordkorea ist ein geschlossenes Land. Das letzte der Art. Ein Land, wo die Einwohner lernen, dass die restliche Welt böse und ihnen zuwider ist. Deshalb können die Leiter des Landes nach Lust alle Ressourcen und alles Geld auf das Militär verwenden.

Trotz des Mangels an Lebensmittel huldigt das Volk dem großen Heer, das konstant in Bereitschaft ist, falls der poli-tische Feind von Südkorea zusammen mit den 35.000 amerikanischen Soldaten arrivieren sollte, die südlich der Grenze zwischen den beiden Ländern stationiert sind. Nordkorea ist bereit, wenn der Feind kommt, heißt es.

In der Wirklichkeit ist die Situation anders. Die Südkoreaner wünschen Frieden und Zusammenarbeit und keinen Krieg gegen ihre nördlichen Brüder. Grosse Teile von der Be-völkerung in Südkorea wünschen auch nicht, daß ihr Lebensstandard drastisch reduziert wird, nur um die versteinerte Gesellschaft im Norden zu übernehmen.

Nordkorea befindet sich auf dem Papier schon im Krieg mit Südkorea. Der Koreakrieg (1950-53), der anfing, nachdem Südkorea von Nordkorea überfallen worden war, ist näm-lich nie offiziell zu Ende gebracht.

Text und Fotos: Tommy Nøddebo Mortensgaard